Testberichte
Wo Vanille drauf steht…

Wo Vanille drauf steht…

Erstellt am:
02.11.2009
Von:
familymanager-Redaktion

…ist leider nicht immer Vanille drin! Das beweist das aktuelle Testergebnis der Stiftung Warentest Anfang 2009. Auf dem Prüfstand: das Lieblingseis der Deutschen. Getestet wurden 22 Sorten Vanilleeis von diversen Herstellern. Das traurige Ergebnis: neun Mal mangelhaft und nur einmal gut. Das eindeutige Rennen machte das Vanilleeis von Häagen Dazs – gibt´s auch bei real,-.

Viele Hersteller verwenden heute nicht mehr ausschließlich echte Vanille für ihre Produktion. Die meisten helfen beim Geschmack mit synthetischen Aromen nach. Der Grund: Das Gewürz ist ziemlich teuer, und der Preis schwankt stark. Zwar ist Vanille heute mit 20-35 US-Dollar so günstig wie nie zuvor, doch sah das 2003 noch ganz anders aus. Damals kostete ein Kilo der kostbaren Schoten bis zu 500 US-Dollar.

Na dann…guten Appetit

So wird heute meist auf das preiswerte Vanillin aus der Retorte zurückgegriffen. Dieser Hauptaromastoff wird biosynthetisch aus Reis hergestellt oder aus der Sulfitablauge, die bei der Zellstoff- und Papierherstellung anfällt. Von den 22 Sorten, die getestet wurden, enthielten acht verfälschte und zehn nur geringe Mengen Vanille. Zwei der Testprodukte verwendeten sogar ausschließlich synthetisches Vanillin.

Ähnlich sieht es allerdings leider auch beim Fett aus. So verwenden nur acht Hersteller ausschließlich das Fett der Milch, sieben mischen Pflanzenfett hinzu, und sieben weitere ersetzen es vollständig – meist durch billigeres Palmkern- oder Kokosfett. Und Fett ist nicht gleich Fett, denn das Milchfett ist aus Sicht von Ernährungsexperten wertvoller und leichter verdaulich.

Qualität hat seinen Preis

Klarer Testsieger mit einer Note von 2,2 war das Vanilleeis von Häagen Dazs. Nur in diesem Eis wurde nicht mit Vanille gespart. Das Eis hat einen intensiv aromatischen Geschmack, deutlich sahnig, aber auch etwas süß. Es schmilzt schnell im Mund und hinterlässt ein cremiges Gefühl. Mit 254 Kilokalorien ist es aber auch die fettreichste Eiscreme im Test. Wegen des geringen Lufteinschlages ist es außerdem sehr fest und lässt sich auch nach einigen Minuten noch schwer portionieren. Mit einem Preis von etwa 11 Euro pro Liter war es das teuerste Eis im Test.

Ein kleiner Tipp:

Wenn auf einer Eispackung „Mit Vanillegeschmack“ drauf steht, dann ist das Eis mit synthetischem Vanillin. Im Zutatenverzeichnis darf dann nur „Aroma“ auftauchen und auf der Abbildung dürfen keine Schoten oder Blüten abgebildet sein. Wird mit Vanille, Vanilleextrakt oder Bourbon-Vanille geworben, so muss auch echte Vanille enthalten sein. Und: Viele schwarze Punkte sind kein Zeichen dafür, dass viel echte Vanille enthalten sind. Also…öfter mal das Kleingedruckte lesen.

familymanager wünscht (trotzdem) guten Appetit!